Geschäftsklima hellt sich auf

Mittelstand mit neuer Zuversicht

iStock, Chan2545

Der aktuelle ifo-Geschäftsklimaindex zeigt vorsichtigen Optimismus. Der wichtige Gradmesser für die Stimmung in deutschen Unternehmen stieg im März um 2,1 auf 87,8 Punkte. Bemerkenswert ist auch, dass es nun der zweite monatliche Anstieg in Folge ist. Befragt wurden vom Münchener ifo-Institut wie immer rund 9.000 Führungskräfte. Einige positive Signale erklären den Trend. 

  • Zinswende: Noch lässt die EZB den Leitzins bei 4,5 Prozent. Doch die Erwartungen auf baldige Zinssenkungen haben mit der Ankündigung der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve, im Sommer mit einer dreistufigen Zinssenkung zu beginnen, neue Nahrung erhalten. Die Schweizerische Nationalbank ist derweil schon zur Tat geschritten und hat ihren Leitzins von 1,75 auf 1,5 Prozent gesenkt.
  • Inflation: Der Verbraucherpreisindex sinkt in Deutschland seit einigen Monaten kontinuierlich. Im März 2024 betrug der Anstieg im Vergleich zum Februar 2023 nur noch 2,2 Prozent nach 2,5 Prozent im Februar. Auch der Erzeugerpreisindex sinkt seit Monaten. Im Februar lag er bei -4,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Vor allem die Energiepreise waren um 10,1 Prozent niedriger als im Januar 2023.
  • Konsumklima: Der entsprechende Index der GfK Gesellschaft für Konsumforschung ist im März von -28,8 Punkten auf -27,4 Punkte zwar nur moderat gestiegen. Dennoch rechnet der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) mit einem preisbereinigten Anstieg des privaten Verbrauchs 2024 von rund 1 Prozent zum Vorjahr.
  • Förderung: Und zu guter Letzt hat der Bundesrat nun endlich das Wachstumschancengesetz verabschiedet, dass eine Entlastung vor allem steuerlicher Art in Höhe von 3,2 Mrd. Euro vorsieht. Ursprünglich waren rund 7 Mrd. Euro geplant.

Belastende Faktoren

Doch bei allen guten Nachrichten darf nicht übersehen werden, dass die deutsche Wirtschaft noch durch einige Hemmnisse gebremst wird. So bewegt sich das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes noch um den Nullpunkt. Durch ein Konjunkturtief laufen vor allem Industrieunternehmen und die Bauwirtschaft. Die Bruttoanlageninvestitionen sinken seit 2020. Für 2024 prognostiziert das Handelsblatt Research Institute (HRI) einen Investitionsrückgang von 2 Prozent. Investitionen im Ausland (z. B: USA) stehen dagegen hoch im Kurs. Nach einer Umfrage der DIHK unter 1.600 deutschen Unternehmen wollen 42 Prozent im Ausland investieren, nur 24 Prozent in Deutschland.

Impulse kommen derzeit vor allem von staatlichen Ausgaben, Investitionen und Subventionen. So wurde vor ein paar Tagen bei Heide die neue Batteriefabrik von Northvolt eingeweiht. Die staatlichen Subventionen belaufen sich dort allein auf 900 Mio. Euro. Hinzu kommen geförderte KfW-Kredite in Höhe von 600 Mio. Euro.

Auch der angekündigte Bürokratieabbau kommt nur langsam voran. Manche Entwicklungen sind sogar gegenläufig, wie z. B. das neue EU-Lieferkettengesetz, das für deutsche Unternehmen aufgrund der neuen Haftungspotenziale sogar noch eine Verschärfung der bereits gültigen nationalen Regelung bedeutet.

Es gibt also noch viel zu tun. Für findige Mittelständler bedeuten Umbrüche aber immer auch neue Chancen. 

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