Dr. Gudrun Bülow, Dr. Bülow & Masiak GmbH, Marl

Sicheres Home-Office in Corona-Zeiten

Dr. Gudrun Bülow, Geschäftsführerin der Dr. Bülow & Masiak GmbH aus Marl, im Gespräch mit mittelstand-emscher-lippe.de.

Frau Dr. Bülow, Wie geht es Ihrem Unternehmen in der aktuellen Situation?

Trotz Pandemie stehen wir unseren Kunden als Bestandteil der systemrelevanten Infrastruktur wie gewohnt über unsere Support Hotline, per E-Mail, Fernwartung oder direkt vor Ort zur Verfügung. Wir sind montags bis freitags von 8 – 18 Uhr erreichbar. Der Empfang externer Besucher in den Geschäftsräumen ist derzeit auf ein Minimum beschränkt.

Neben dem Systemhaus Geschäft sind Sie gleichzeitig Provider. Welche Vorteile haben Ihre Kunden dadurch?

Wir betreiben zwei Rechenzentren in NRW sowie einen eigenen Backbone. Dadurch können wir unseren Kunden neben dem IT-Support auch die passenden technischen Lösungen aus eigener Hand anbieten – Server, Storage, Virtualisierung, Standortvernetzung, Hochverfügbarkeitskonzepte, Cloud-Lösungen, Managed Services, IT-Sicherheit und mehr.

Die Infrastruktur obliegt unserer Kontrolle, alle Systeme sind in unserem Zugriff. Dadurch entfallen zeitraubende Absprachen mit Dritten oder lange Wegezeiten. Bei Supportanfragen, Managed Services oder technischen Störungen sind wir so in der Lage, direkt zu agieren.

Aktuell arbeiten viele Arbeitnehmer von Zuhause. Was gilt es, dabei zu beachten?

Generell dürfen auch bei kurzfristigen (Not-)Lösungen die IT- und Datensicherheit nicht vernachlässigt werden. Es gilt, technische und rechtliche Aspekte, so zu gestalten, dass für das Unternehmen kein Risiko besteht. Für die Erstellung von Notfallplänen ist eine aktuelle Dokumentation der IT-Infrastruktur erforderlich.

Worauf achten Sie bei der technischen Umsetzung?

Wenn verschiedene Geräte auf das Firmensystem zugreifen, muss dessen Stabilität und Sicherheit gewährleistet sein. Betriebliche Daten müssen vor Verlust, Diebstahl und dem Einschleusen von Viren geschützt werden. Auf keinen Fall sollten Fremd-/Privatgeräte zu dienstlichen Zwecken genutzt werden. Nur mit firmeneigenen Geräten, die durch die IT-Abteilung auf Einhaltung der Sicherheitsstandards geprüft wurden (und werden), sind IT- und Datensicherheit gewährleistet. Der Zugriff ins Firmennetzwerk sollte nur über abgesicherte Verbindungen erfolgen, ggf. gekoppelt mit weiteren Authentifizierungslösungen. Diese müssen entsprechend lizenziert, durch IT-Verantwortliche eingerichtet und bereitgestellt werden. Die Zugriffsrechte sollten auf das Notwendige beschränkt sein, so dass benötigte Daten oder Anwendungen genutzt werden können, darüber hinaus aber keine Abrufe möglich sind. Datenaustausch sollte nur verschlüsselt über abgesicherte Wege erfolgen. Unbekannten Wechselmedien/Datenträger dürfen nicht mit den Dienstgeräten verbunden werden. Darüber hinaus sollten sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer bewusst auf IT- und Datensicherheit achten.

Welche Auswirkungen erwarten Sie in den kommenden Wochen in Ihrer Branche?

In der aktuellen Situation werden die Kommunikationsnetze in bisher nicht bekannter Art gefordert. Viele Internetanbindungen sind nicht symmetrisch oder nur in IPv6 ausgeführt, sodass sich Probleme durch den Fernzugriff noch weiter verstärken. Dies gilt auch für cloudbasierte Angebote, da weltweit Unternehmen auf Home-Office umstellen. Auch bei Lieferung und Verfügbarkeit von Hardwarekomponenten - insbesondere aus dem asiatischen Raum - sind Verzögerungen zu erwarten.

 

Wir bedanken uns für das Gespräch Frau Dr. Bülow.

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