Überflüssig oder neu gedacht?

Büros nach Corona

In den letzten drei Jahren waren fast alle Büroarbeiter zumindest tageweise im Home-Office. Man arbeitete "remote". Doch wie geht es jetzt weiter? In vielen Unternehmen sind Betriebsvereinbarungen abgeschlossen worden, die regelmäßige Arbeit von zu Hause ermöglichen, z. B. drei Tage Homeoffice und zwei Tage im offiziellen Büro.

Vor- und Nachteile

  • Vorteile: Mitarbeiter sparen Fahrzeiten und gewinnen dadurch an Lebensqualität. Für Arbeitgeber ergeben sich Kosteneinsparungen, wenn die Büroflächen dann auch tatsächlich kleiner werden.
  • Nachteile: Mitarbeiter fehlen die persönlichen Kontakte und Austauschzeiten (soziale Hygiene). Außerdem müssen zu Hause die nötigen räumlichen Voraussetzungen vorliegen. Aus Arbeitgebersicht leidet die Kreativität, weil sich neue Ideen häufig nur im persönlichen und zufälligen Kontakt im Office ergeben.

Büros der Zukunft

Zentrale Büros werden zumindest in Deutschland nicht überflüssig werden. Die Fläche dürfte jedoch kleiner werden. Außerdem setzen sich unter dem Label "New Work" dann Sharing-Konzepte durch. Mitarbeiter haben dann keine festen Arbeitsplätze mehr, sondern bekommen freie Plätze nach dem Check-in zugewiesen. Schließlich werden Büros immer moderner und orientieren sich an hippen Start-ups und Co-Working-Spaces.

  • Start-up-Flair: einfache Schreibtische aus OSB-Platten symbolisieren einen Gründermythos. So soll Jeff Bezos seine ersten Schreibtische aus alten Türen selbst gebaut haben.
  • Stehen ist das neue Sitzen: Besprechungen finden immer mehr im Stehen statt. Konferenzen an langen Tischen mit Keksen sind out. Stehtische mit innovativem Design, an denen auch größere Gruppen diskutieren können, sind in. Die klassischen runden Stehtische, womöglich noch mit weißen Hussen überzogen, haben ausgedient.
  • Lounge-Atmosphäre: Bunte Sitzsäcke, loungige Sessel und gemütliche Sofas, die auch im Wohnbereich stehen können, fördern das Verschwimmen von Arbeit und Freizeit. In der Start-up-Szene ist der gewollte Nebeneffekt auch der 14-Stunden-Tag.
  • Multifunktionalität: Um Kosten zu sparen, werden Räume flexibel nutzbar. Empfangshallen können zu Event-Locations umgebaut werden. In Besprechungsräumen können z. B. acht Teams mit je drei Personen oder drei Teams mit je acht Personen arbeiten.
  • Treffpunkte: Küchen, Cafeterien oder Spielräume sollen den Austausch von Ideen zwischen allen Mitarbeitern fördern.
  • Natur-Feeling: Auch die Natur hält Einzug in neue Bürowelten. So sollen z. B. Echtholzdielen, Moos an den Wänden und grüne-gelbe Möbelfarben beruhigen und für eine ökologische Atmosphäre sorgen.
  • Ruhe: Abgetrennte Zonen oder Kabinen werden genutzt, um zu telefonieren, vertrauliche Gespräche zu führen oder sich auszuruhen.
  • Kreativräume: Auch für neue Arbeitstechniken wie agiles Arbeiten durch Scrum oder Design Thinking gibt es neue Möbel und Hilfsmittel, wie z. B. mobile Hocker aus Kunststoff mit Arbeitsfläche und Smart Boards an den Wänden.
  • Smarte Möbel: Ergonomische Schreibtische und Stühle mit integrierten Tablets und Anschlüssen sorgen für eine direkte Digitalisierung von Möbeln.
  • Telekonferenzen: Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung und Verkehrsüberlastung gewinnen digitale Gruppenkonferenzen über großflächige Bildschirme an Bedeutung. In einigen Unternehmen werden davor auch tribünenähnliche Möbelkonzepte arrangiert, um ein Campus-Feeling zu erzeugen. Auch Weiterbildung kann darüber erfolgen. Virtual Reality wird diese Fernkommunikation in den nächsten Jahren noch mit einem Echtheitsgefühl versehen.

Die Realität in deutschen Unternehmen, egal ob groß oder klein, in Metropolen oder ländlichen Regionen gelegen, sieht jedoch noch anders aus. Triste, graue oder kühle Büros ohne Innovationsbezug dominieren noch immer die Arbeitswelt. Dabei sind innovative Arbeitswelten auch ein schlagkräftiges Argument, um Nachwuchskräfte für das eigene Unternehmen zu überzeugen. Moderne Büros in attraktiven Metropolen sind Teil des Personalmarketings.

Copyright: BPF Best Practice Forum GmbH 

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