Investitionen mit Zuversicht

Krise geht, Krise kommt

Foto: Pixabay

Am 20.3.2022 wird es wohl endlich so weit sein. Die Corona-Maßnahmen fallen dann auch in Deutschland weitgehend. Diese gute Botschaft wird jedoch durch den aktuellen Krieg in der Ukraine getrübt, dessen Folgen noch nicht abzuschätzen sind. Unternehmertum heißt jedoch, mit Krisen umzugehen, Risiken zu erkennen und Chancen zu ergreifen. Das hat den deutschen Mittelstand immer ausgezeichnet.

Mittelstand in Deutschland

Der deutsche Mittelstand ist nach wie vor der Motor der deutschen Wirtschaft. Zu ihm gehören mehr als 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland. Kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) haben nach Angaben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz einen Anteil an der Netto-Wertschöpfung von rund 61 Prozent. Sie stellen 55 Prozent aller Arbeits- und 80 Prozent aller Ausbildungsplätze. Im Umkehrschluss heißt das jedoch auch, dass relativ wenige Großunternehmen und Konzerne knapp 40 Prozent der Netto-Wertschöpfung ausmachen und immerhin 45 Prozent der Arbeitskräfte in Deutschland beschäftigen.

Von daher kann man den Mittelstand nicht über einen Kamm scheren. Der gehobene Mittelstand, zu dem vor allem die knapp 15.000 Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 50 Millionen Euro zählen, gehört sicherlich weltweit zu den besten Anbietern. Über 1.000 von ihnen sind sogar Weltmarktführer in ihren technologischen Nischen, häufig in der Investitionsgüterindustrie (B2B). Diese Hidden Champions sind es, die Deutschland als Exportweltmeisternation prägen. Sie investieren, haben hohe Eigenkapitalquoten und Liquiditätsreserven und fallen immer wieder durch bahnbrechende Innovationen auf.

Dagegen stehen 85 Prozent der Unternehmen, die lediglich einen Jahresumsatz von 1 Mio. Euro erzielen und weniger als 5 Mitarbeiter/innen haben. Drei Viertel aller Unternehmen sind nach Angaben der KfW als Dienstleister und Händler tätig. Sie haben nicht immer die Kapitalkraft und personellen Ressourcen wie die Großen, um die anstehenden Herausforderungen der Digitalisierung, Energiewende, gesellschaftlichen Umbrüche und Unternehmensnachfolge zu bewältigen.

Produktivität und Investitionen

Gerade die kleinen und mittelgroßen Unternehmen schwächeln im Hinblick auf die Arbeitsproduktivität und Innovationsinvestitionen. So lag bei den deutschen Unternehmen der jährliche Zuwachs ihrer Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigen in den letzten 10 Jahren nach Studien der Bertelsmann Stiftung unter 1 Prozent. 2020 schrumpfte sie sogar um fast 4 Prozent. Darin enthalten sind dann auch die großen investierenden Mittelständler. Zurück gehen im Durchschnitt aller deutschen Unternehmen nach dem ZEW-Innovationspanel auch die Innovationsinvestitionen. Vor allem den KMU fehlen nach zwei Jahren Pandemie trotz der staatlichen Überbrückungshilfen und vorher angesparter Liquidität das Geld, das Vertrauen, die Risikobereitschaft und nicht zuletzt die Fachkräfte für den anstehenden digitalen und ökologischen Wandel.

Investieren Sie jetzt

Es muss daher jetzt trotz aller Krisen ein Ruck durch den Mittelstand gehen. Gefragt sind gerade jetzt mutige Unternehmer/innen, die die Ärmel hochkrempeln und digitale und ökologische Innovationen in bestehenden Unternehmen und Startups vorantreiben.

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