Zahlungsmittel oder Geldanlage?

Kryptowährungen

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Die Marktkapitalisierung von Bitcoin und den über 100 anderen Kryptowährungen beträgt mittlerweile über zwei Billionen Euro, obwohl die Kurse in den letzten Wochen gefallen sind. Als Anleger muss man bei der Achterbahnfahrt starke Nerven behalten. Pessimisten warnen. Optimisten sehen den Bitcoin-Kurs in naher Zukunft bei über 100.000 Euro, manche gar bei 1 Mio. Euro. Was steckt hinter dem Hype?

Start 2009

Die Kryptowährung Bitcoin tauchte erstmals 2009 auf. Als Gründer gilt Satoshi Nakamoto, wohl eher ein Pseudonym einer Person oder gar Personengruppe. Der Handel mit Bitcoin verlief in den ersten Jahren schleppend. Bis Ende 2015 betrug sein Wert rund 400 Euro. Ende 2017 kostete ein Bitcoin dann knapp 17.000 Euro. Danach fiel sein Wert wieder und schwankte bis Oktober 2020 zwischen 4.000 und 10.000 Euro. In der Corona-Krise ging es dann steil aufwärts, am 19.11.2021 sogar bis auf 53.000 Euro. Im Anschluss rutschte der Bitcoin-Kurs wieder ab. Er beträgt aktuell 35.590 Euro (Stand: 07.03.2022). Neben Bitcoin haben sich in der Zwischenzeit unzählige Alternativen entwickelt (Altcoins). Eine Übersicht gibt es auf coinmarketcap.com.

Technologie

Der Bitcoin ist eine durch kryptografische Verschlüsselungstechnologien gesicherte digitale Währung, die über eine sogenannte Blockchain abgewickelt und gespeichert wird. Die Blockchain ist ein digitales, besonders sicheres dezentrales Kontobuch (Distributed Ledger). Sie liegt auf vielen Rechnern und ist überall identisch. Eine Bitcoin-Transaktion wird als Block in das Kontobuch eingetragen und mit dem nachfolgenden Block verkettet (Chain). Durch das Peer-to-Peer-Prinzip ist die Blockchain nicht manipulierbar. Sie nennt man deshalb auch Trust Machine.

Handel

Bitcoins können Sie auch in Bruchstücken bei Online-Börsen (z. B. Binance, Bitmex) oder spezialisierten Brokern kaufen und verkaufen. Die Eigentumsnachweise von Bitcoin werden in sogenannten digitalen Brieftaschen (Wallets) gespeichert. Das ist bequem, aber auch gefährlich, wenn Sie Ihre Zugangsdaten verlieren und vergessen. Ihre Bitcoins sind dann für Sie und den gesamten Bitcoin-Markt unwiederbringlich verloren.

Vorteile

  • Mit Bitcoins können Sie mittlerweile bezahlen, z. B. bei Dell und Microsoft. In El Salvador gilt Bitcoin seit dem 7.9.2021 sogar als offizielle Landeswährung.
  • Bitcoins werden aber primär zur Wertaufbewahrung und Spekulation verwendet. Sie sind auf maximal 21 Millionen Stück begrenzt, wovon bereits 19 Millionen im Umlauf sind. Diese Knappheit wird sich vorteilhaft auf den Kurs auswirken.
  • Bitcoins sind privat organisiert und können nicht von Staaten und Zentralbanken gesteuert werden.
  • Bitcoins können als digitales Geld weltweit schnell transferiert werden.

Nachteile

Kryptowährungen sind sehr volatil und spekulativ, zumal 42 Prozent der 19 Millionen Bitcoins in den Händen von nur drei Prozent der Konten sind. Damit sind Kursmanipulationen nicht ausgeschlossen. Hinzu kommt, dass die verwendete Blockchain-Technologie kaum einer so richtig versteht. Mögliche Verbote durch Staaten, denen Kryptowährungen ein Dorn im Auge sind, auch weil sie eigene digitale Währungen planen (z. B. digitaler Euro), erhöhen die Risiken. Auch wird der hohe Energieverbrauch von Bitcoin-Rechenoperationen kritisiert.

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