03.04.2020

Ungeahnte Kettenreaktionen möglich

Wirtschaft im Sturzflug

Der Corona-Shutdown in Deutschland muss nach Ostern beendet werden, sonst droht der deutschen Wirtschaft eine Kernschmelze mit ungeahnten Folgekosten, so der gestrige Kommentar von Wolfram Weimar auf ntv. Ich finde ihn lesenswert, spricht er doch aus, was viele in der Wirtschaft denken, es aber nur allmählich offen ansprechen. Die Volkswirtschaft ist keine Behörde, die man einfach in den Winterschlaf schicken und mit Milliarden-Summen wieder wachküssen kann. Sie ist ein komplexes Gebilde mit unendlich vielen Verbindungen und Abhängigkeiten. Störungen über mehrere Wochen können Kettenreaktionen zur Folge habe, die auch durch Geld der Bundesregierung nicht mehr beherrschbar sind. Von den gesundheitlichen Folgen und den Eingriffen in die Freiheit ganz zu schweigen. Die Prognosen der Wirtschaftsweisen dürften dann selbst im Worst-Case-Szenarion noch zu optimistisch sein, lagen sie doch schon in Normalzeiten häufig daneben.

Es ist höchste Zeit, Exit-Strategien aus allen wissenschaftlichen Perspektiven zu beleuchten. Das Feld allein den Virologen zu überlassen, ist zu kurz gesprungen. Aisatische Länder zeigen, dass die Corona-Pandemie auch ohne Herunterfahren der Wirtschaft beherrschbar ist. Viele Test, Warn-Apps und Selbstdisziplin sind dort der Schlüssel zum Erfolg. Schweden geht einen ähnlichen Weg.

Reichen die Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft?

Viele Wirtschaftsverbände schlagen Alarm, weil die zugesagten Hilfen nicht oder nicht schnell genug greifen. Die Soforthilfe für Kleinstunternehmen scheint zu funktionieren. Immerhin werden Gelder zwischen 9.000 und 15.000 Euro ausgezahlt. Auch die finanzielle Unterstützung von Großunternehmen wie TUI und Lufthansa scheint durch Absprachen auf höchster Ebene zu funktionieren. Bei den kleinen und mittelgroßen Unternehmen greifen aber bisher überwiegend nur Kurzarbeitergeld und Stundungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. Die Auszahlung von KfW-Krediten dauert noch zu lange. Es sind erst rund 10 Milliarden Euro bewilligt. Dass nun Politiker wie Olaf Scholz den regionalen Banken dafür den schwarzen Peter zuschieben möchten, geht an der Realität vorbei.

Die meisten Volksbanken und Sparkassen arbeiten trotz gesundheitlicher Vorsichtsmaßnahmen wie Homeoffice am Limit und in Sonderschichten. Selbst die Reduzierung der Haftung auf nur noch 10 Prozent erfordert nach den noch geltenden Anforderungen der Bankenaufsicht eine Bonitätsprüfung und kaufmännische Sorgfalt. Marija Kolak, Präsidentin des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), fordert daher von der Politik zu Recht, Unternehmen auch über weitere Maßnahmen als die Vergabe von Krediten, die sie später wieder zurückzahlen müssen, zu unterstützen. Es muss alles noch viel unbürokratischer funktionieren.

Dr. Michael Peschke

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Dr. Michael A. Peschke
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