B2B-Plattformen auf dem Vormarsch

merXu, Berlin

E-Commerce erobert nun auch das Geschäft zwischen Unternehmen, auch B2B (Business-to-Business) genannt. Eine dieser neuen Plattformen ist merXu, ein polnischer Anbieter mit Niederlassung in Berlin.

Marktplätze und Online-Shops

Marktplätze sind im Kern Vermittlungsportale. Sie bringen Angebot und Nachfrage zusammen und organisieren meist auch den Bezahlvorgang. Die Lieferung erfolgt dann eigenständig durch die Anbieter, die auf den Marktplätzen Werbeflächen kaufen. Im Gegensatz dazu stehen B2B-Online-Shops, die sich meist auf eine enge Produktpalette konzentrieren, dafür aber auch den kompletten Prozess einschließlich der Logistik (Fulfillment) abdecken. Nach Angaben des IFH Köln liegt der Online-Umsatz von B2B-Shops und B2B-Marktplätzen in Deutschland 2022 bei knapp 500 Mrd. Euro. Mit rund 1,4 Billionen Euro überwiegt noch der elektronische Datenaustausch (EDI) zwischen Anbieter und Kunden. Der B2B-Online-Handel hat durch die Corona-Zeit einen kräftigen Auftrieb erhalten. Es ist zu erwarten, dass er langfristig den klassischen Außendienst und konventionelle Industriemessen verdrängt, weil er für Einkäufer/innen praktischer ist.

Osteuropa-Experten

Das polnische Unternehmen merXu gehört zu den B2B-Marktplätzen. Es vermittelt vor allem preisgünstige Lieferanten (Industrie und Handwerk) aus Ost- und Südeuropa. merXu, mit Hauptsitz in Polen, wurde 2020 von Przemyslaw Budkowski (CEO), Tomasz Nowak (COO) und Sebastian Pietrowski (CTO) gegründet. Das Unternehmen konzentrierte sich zunächst auf Mittel- und Osteuropa, expandiert nun aber nach Deutschland, dem größten Markt in Europa. Weitere B2B-Marktplätze sind z. B. Amazon Business (Marktführer), Mercateo, Wer liefert was, Ankerstore und Refurbed.

Besonderheiten im B2B-Online-Handel

  • Der Online-Handel zwischen Unternehmen ist komplexer als E-Commerce mit Endkunden. Denn es geht bei B2B nicht nur um eine einzelne Transaktion, sondern um die Abbildung eines gesamten Prozesses.
  • Auch müssen die Produktinformationen viel detaillierter sein. Ein Online-Produktkatalog reicht nicht aus. Neue Content-Formate wie Erklärvideos, Konfiguratoren (auch 3D) und virtuelle Messen sind gefragt.
  • Bei komplexen Angeboten erfolgt nicht sofort ein Online-Kauf. Zwischengeschaltet sind häufig Beratungen von Fachleuten per Online-Chat, Telefon oder Whatsapp.
  • Wichtig ist auch eine Personalisierung wie auf die Einkäufer (Online-Nutzer) zugeschnittene Angebote und Funktionen wie Merklisten, Suchen und Reordering von wiederkehrenden Bestellungen.
  • Bei den Bezahlverfahren überwiegt im B2B-Online-Handel noch der ungesicherte, zunehmend aber der abgesicherte Rechnungskauf. 

Website: https://merxu.com/de/ 

Copyright Text: www.best-practice-forum.de 

Autor: Dr. Michael A. Peschke

Copyright: BPF Best Practice Forum GmbH

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