Mittelstand in China

Transfluid, Schmallenberg

Die Region Südwestfalen ist bekannt für ihre Weltmarktführer aus dem Mittelstand. Einer davon ist die Transfluid Maschinenbau GmbH aus Schmallenberg, die mit chinesischen Kopien zu kämpfen hat. Lesen Sie mehr.

China überholt deutschen Maschinenbau

Nach Angaben des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) haben chinesische Maschinenbauer 2020 ihre deutschen Konkurrenten auf dem Weltmarkt überholt. Chinesen exportierten letztes Jahr Maschinen im Wert von 165 Mrd. Euro, was einem Marktanteil von 15,8 Prozent entspricht. Sie lagen damit knapp vor den Deutschen mit 162 Mrd. Euro. China hat damit eindeutig von der Corona-Pandemie profitiert. Doch es könnte für deutsche Maschinenbauer noch schlimmer kommen. Mit ihrer Industriestrategie "Made in China 2025" plant die chinesische Regierung eine technologische Vorherrschaft und Unabhängigkeit auch vom deutschen Maschinenbau. Eines der davon betroffenen Unternehmen ist die Transfluid Maschinenbau GmbH aus Schmallenberg.

Transfluid aus Schmallenberg

Das Unternehmen ist Weltmarktführer für Maschinen und Anlagen der gesteuerten Roll-Umformtechnik. Transfluid hat seit Gründung 1988 durch Ludger Bludau und Gerd Nöker rund 12.500 Maschinen zur Rohrberarbeitung (Trennen, Biegen, Umformen) in den Markt gebracht. 191 Mitarbeiter/innen, darunter 30 Ingenieure, erwirtschaften einen Umsatz von rund 30 Mio. Euro Umsatz. Das Sauerländer Unternehmen ist seit 1993 auf dem chinesischen Markt und spürt einem Bericht in der Wirtschaftswoche zufolge den zunehmenden Druck.

Der Ablauf ist bei vielen Unternehmen ähnlich. Zuerst war das deutsche Know-how in China willkommen. Durch Kooperationen und chinesische Mitarbeiter wurde es aber zunehmend kopiert. Neue chinesische Unternehmen bieten dann plötzlich fast identische Maschinen an, nur preiswerter als die Originale. Gleichzeitig wird dann der Zugang der deutschen Ideengeber zum chinesischen Markt erschwert. Einheimische Produzenten werden zum Teil durch unfaire Ausschreibungen behindert. In der Corona-Krise wurde zudem das Reisen für Mitarbeiter deutscher Unternehmen erschwert. Auch die rechtliche Verfolgung chinesischer Plagiate ist schwierig. Doch nach Chinas Planungen soll es nicht bei Billigkopien bleiben. Durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz soll die technologische Führerschaft gelingen.

Strategien deutscher Mittelständler

Wie reagieren nun deutsche Unternehmen auf den Wachwechsel im weltweiten Maschinenbaumarkt? Einige versuchen sich auf die Billigstrategie einzulassen. Doch da sitzen die Chinesen am längeren Hebel. Sie produzieren Maschinen befreit von hohen Sicherheitsstandards und mit weniger Funktionen. Wenig komplexe Billigmaschinen sind nicht Sache der Deutschen. Das geht an die Ehre der Ingenieure. Transfluid verfolgt daher nach Aussage von Geschäftsführer Ludger Bludau eher eine Nischenstrategie und setzt auf Präzisionstechnik und Millimetergenauigkeit. Ob das auf Dauer die Chinesen auf Distanz hält, bleibt abzuwarten. Deutsche Unternehmen müssen jedenfalls noch innovativer sein und auf die digitale Karte setzen.

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